Olga Hepnarová

Am 30. 6. 1951 geboren - am 12. 3. 1975 in Prag hingerichtet

Olga Hepnarová

Olga Hepnarová fuhr vorsätzlich am 10. Juli 1973 mit dem LKW von Typ Praga RN auf die Straßenbahnhaltestelle an. Die Absicht war möglichst viele Menschen töten. In Folge ihrer Tat starben 8 Menschen und weitere 11 wurden schwer verletzt. Sie wurde am 12. März 1975 hingerichtet.

"Sehr geehrte, ich bitte diesen Brief als Dokument anzunehmen. Er wurde wegen eventueller Profanation meiner Tat aufgeschrieben, auch als Hinweis darauf, dass ich ein Mensch bin, der sich noch im Rahmen einer Geistnorm bewegt... Heute stehle ich einen Bus und mit der Vollgeschwindigkeit fahre ich in Menschenmassen ein. Es wird wahrscheinlich irgendwo in Prag 7 werden. Ich verursache Tot ... Menschen. Ich werde gerichtet und gestraft."

(Aus dem Brief von O. Hepnarová vom 7. Juli 1973)

Um drei Tage später sendete Olga Hepnarová den Brief Redaktionen der Zeitung "Svobodné slovo" und der Zeitschrift "Mladý svět" ab. Ihre Zusage erfüllte sie derselben Tag. Gegen 13.45 Uhr fuhr sie mit dem ausgeliehenen LKW im Prag 7 auf der Straße "Obránců míru" (heute Milada Horákovástraße) vor dem Haus N. 9 auf den Gehsteig an. Der Gehsteig diente zugleich als die Straßenbahnhaltestelle und in dieser Zeit warteten hier ungefähr 25 Menschen. Zufällig war die Zahl der Opfer nicht höher. Das Motiv ihrer Handlung war ihr Gesellschaftshass. Dank der umfangreichen Ermittlung wurde die Version über Versagen der Fahrerin, sowie ein politisches Motiv ausgeschaltet.

Hepnarová stammte aus einer gutsituierten Familie her. Ihr Vater war Bankbeamte, ihre Mutter war Zahnärztin. An der Grundschule lernte sie sehr gut, jedoch später verstand sie nicht den Eltern und ihrer Umgebung. Nachdem kamen Schwierigkeiten mit der Anknüpfung irgendwelches Kontakts mit Leute. Nach ihrer Aussage wurde die ganze Welt ihrer Feind. Im Juni 1964 machte sie Selbstmordversuch mit Hilfe Medikamente. Ein Jahr verbrachte sie an der psychiatrischen Klinik.

"Wenn ich als ein unbekannte Selbstmörder wegginge, wäre es für sie allzu billig. Und weil die Geselschaft so großer Souverän ist, dass sie sich selbst nicht verurteilen kann, sie wird manchmal privat gerichtet... Und das ist mein Verdikt: Ich, Olga Hepnarová, das Opfer ihrer Bestialität, verurteile sie zur Todesstrafe durch ein Überfahren."                                                                                                                                          (Aus dem Brief O. Hepnarová vom 7. Juli 1973)

Hepnarová handelte kaltblütig und planmäßig. Wenn sie zum Ort kam, wo sie ihre Tat verüben wollte, sie feststellte, dass in der Straßenbahnhaltestelle eine Tram steht und dass hier nicht viele Leute sind. Deswegen sie diesen Ort nur durchfuhr. Um einige Minuten später kam sie zurück und ihren Plan beendete.

Tragödieort

Tragödieort

"Es haben hier keine Autos auch keine Trams behindert, die Straße ist frei gewesen. In diesem Augenblick habe ich entschieden, dass ich das gerade jetzt durchführe. Ich bin rechts auf den Gehsteig eingefahren, hier habe ich die Lenkung ausgeglichen und bin über dem Gehsteig gefahren, ich bin in Menschenmassen eingefahren und bin sie übergefahren."
                                                       (aus der Aussage der Beschuldigte)

Obwohl Hepnarová einen sehr erfahrenen Verteidiger hatte, sie arbeitete mit ihm gar nicht zusammen. Sie bedauerte nicht seine Tat, behauptete, dass sie mental ganz normal ist, bei dem Gericht strebte sie ihre Anklage gegen Gesellschaft vorzubringen.

"Falls die Gesellschaft das Gewissen hat, ein Einzelwesen zu vernichten, hat ein Einzelwesen das Gewissen die Gesellschaft zu vernichten."

" Ich wollte sich die ganze Gesellschaft rächen, einschließlich meine Familie, weil alle zu mir sich feindlich verhalten".

"Nach der Tat kam gewisse Entspannung und Zufriedenheit, dass mein geplante Racheakt gelang."                                                                       (Passagen aus der Aussage der Beschuldigte)

Am 6. April 1974 verurteilte das Stadtgericht im Prag Olga Hepnarová für Achtfachmord zur Todesstrafe. Hepnarová nahm das Verdikt an. Gustav Husák wies am 3. März 1975 das Gesuch ihrer Mutter um eine Begnadigung der Tochter ab.

"Vor der Todesstrafe habe ich keine Angst und ich nehme sie an..." (Wörter Hepnarová nach der Urteilsverkündung, die sie mehrmals wiederholte.)

Olga Hepnarová wurde am 12. März 1975 im Prager Gefängnis Pankrác hingerichtet. Vor der Hinrichtung hatte sie gräuliche Angst. Sie leistete physischen Widerstand und sie musste zum Hinrichtungsplatz herangezogen werden...

"Ich bin persönlich gegen einer Todesstrafe durch Erhängen seit der Zeit, wenn ich das wunderschönes Fräulein exekutierte... Bevor ich sie hing, sie beschiss und benässte sich und erbrach sich so, dass sie mir mein Handwerk verekelte... Deshalb bin ich gegen die Todesstrafe."                          (Wörter des Henkers, der O. Hepnarová exekutierte so, wie das B. Hrabal schrieb)

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